Via Regia – jüdisch – unterwegs

Ein Projekt im Rahmen von Tacheles – Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen 2026

נסיעה טובה

Gute Reise!

ותצילנו מכף כל אויב ואורב ולסטים וחיות רעות בדרך (…) ברוך אתה יי שומע תפילה

Auf der Reise bewahre uns vor Räubern, Hinterhalten und wilden Tieren, oh Herr.

 

Die Via Regia läuft quer durch Sachsen. Durch Görlitz. Durch Bautzen. Durch Leipzig.
Und noch viel weiter. Ihre Geschichten kommen auch aus Kyiv. Aus Odessa. Aus Jerusalem oder New York. Viele Jüdinnen und Juden waren auf dieser Straße unterwegs, lange bevor jemand Europa erfunden hat. Menschen mit vielen Namen und wenig Platz zum Bleiben. Manchmal wurden sie Nachbarn. Meistens nicht.

„Via Regia – jüdisch – unterwegs“ erzählt davon.
Draußen. Unterwegs. Zwischen Städtchen und Dörfern. Zwischen Synagogen, Bahnhöfen, Friedhöfen, Kulturhäusern, Kirchen, Landstraßen und Sommerwiesen.

Hören – Musik, Stimmen, Konzerte.
Sehen – Synagogen, Spuren, lesen.
Riechen – Straßen, Sommer, Laubhütten.
Schmecken – Essen, Feste, Gespräche.
Fühlen – Wege gehen oder fahren.
Erinnern …

 

Werden Sie Reisende entlang des historischen Verlaufs der Via Regia und erleben Sie sächsische Geschichte, erinnerungswürdige Biografien und wertvolle Begegnungen bei Konzerten, Lesungen, Ausstellungen und Gesprächen, Wanderungen und Ausfahrten.

Die Initiatoren und Projektträger von „Via Regia – jüdisch – unterwegs“ verbinden zwei sich ideal ergänzende Perspektiven auf Kultur im öffentlichen Raum. Während Notenspur Leipzig e.V. seit vielen Jahren musikalisches Erbe, Stadtraum und historische Orte in Leipzig erlebbar macht und mit den „Jüdischen Notenspuren“ einen lebendigen Beitrag zur Erinnerungskultur leistet, entwickelt „Kommen und Gehen“ – Das Sechsstädtebundfestival! e.V. in der Oberlausitz neue und experimentelle Formen von Konzert, Begegnung und kultureller Teilhabe zwischen ländlichem Raum, regionalem Erbe und Gegenwartskultur.

Der Notenspur Leipzig e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die kulturellen Traditionen, insbesondere die außergewöhnliche Musiktradition mit der Stadt – ihren Gebäuden und öffentlichen Räumen, ihrer Geschichte und ihren Bürgern zu verbinden. So wird die Stadt von heute zum Vermittlungs- und Kommunikationsmedium und identitätsstiftend. Diese Leitidee hat sich besonders bei der Rückholung des jüdischen Erbes in das städtische Gedächtnis als Teil der Stadtgeschichte bewährt. Seit mehr als 10 Jahren widmet sich der Notenspur-Verein generationsübergreifend der „Wiedereinbürgerung“ des jüdischen Kulturerbes in die Stadtgesellschaft.
Der Zugang zu den vermittelten Inhalten und Werten wird, dem Fokus des Notenspur Leipzig e.V. entsprechend, vor allem über die Musik erreicht und mit authentischen Orten und Quellen verbunden. Wie in der jüdischen Erinnerungskultur werden Erinnerungsformate genutzt, die eigene Formen der Anteilnahme und Teilhabe ermöglichen, wodurch aus Zuschauern der Erinnerung lebendige Träger der Erinnerung werden. Mit dem bildungsunabhängigen und generationsübergreifenden Zugang über die Musik, mit dem ein Zeitraum des deutsch-jüdischen Miteinanders von 200 Jahren abgedeckt werden kann, hat der Notenspur Leipzig e.V. ein Alleinstellungsmerkmal erreicht. 
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Vereins sind europäische Kooperationsprojekte. Der Notenspur Leipzig e.V. ist seit 2018 Träger des Europäischen Kulturerbe-Siegels und behandelt deshalb auch die jüdische Kultur in ihrer europäischen Dimension.

Der Verein „Kommen und Gehen“ – Das Sechsstädtebundfestival! e.V. hat sich 2017 gegründet, um schwerpunktmäßig im Bereich der Musik die Kultur der Region Oberlausitz-Niederschlesien-Nordböhmen zu erschließen und einem breiten Publikum zu präsentieren. Die Programme der seit 2018 jährlich veranstalteten Festivals Mitte August stellen in Konzerten und Eigenproduktionen (mit hohem partizipativem Anteil für Profis und Laien) deshalb Personen, Phänomene und Themen in den Mittelpunkt – Musik verschiedener Stile ist Mittel und Medium künstlerischer Reflexion und Kommunikation. 2021/2022 realisierte der Verein mit dem Projekt „Oberlausitzer Perspektiven auf 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ eine Veranstaltungsreihe innerhalb des bundesweiten Themenjahres mit über 20 Veranstaltungen und mehr als 1.500 Gästen bei Konzerten, Führungen, Lesungen, Workshops und weiteren Formaten.

Seit 2024 haben Notenspur Leipzig e.V. und „Kommen und Gehen“ – Das Sechsstädtebundfestival! e.V. gemeinsam mit Netzwerkpartnern aus Gesellschaft, Kultur und Bildung die Veranstaltungsreihe konzipiert und zu einem abwechslungsreichen Programm entwickelt. Diese Arbeit wurde 2025 unterstützt durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, die Kulturstiftung des Freistaates Sachsens und das Staatsministerium für Kultus durch den Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für das jüdische Leben und gegen Antisemitismus.

[Zum Verlauf der ersten Projektphase 2025]