AbendRauschen

FR 21 August
Mit Kai Schumacher (Klavier) AbendRauschen
FR 21. August 19:30 Uhr
Klosterhof, Klosterstraße 3 02763 Zittau

Das Programm


 

01. Rausch
02. BRNFCK
03. Eskalator
04. Strahlen
05. Bacchanale
06. ACABb
07. Kantholz
08. Euphobia

Schumacher schätzt progressive Ansätze, käme jedoch nie auf die Idee starre Grenzen zwischen Pop und Avantgarde zu ziehen. Seit 2009 hat er vier Solo-Alben veröffentlicht. Darunter Transcriptions von 2012, auf dem er Grunge- und Indierock-Songs für das Klavier übersetzte. Auf Rausch liegt der Fokus nun erstmals durchgängig auf eigenen Kompositionen. Dabei verzichtet Schumacher auf Overdubs, überhaupt kommt keinerlei Elektronik zum Einsatz. Stattdessen hat er sein Instrument analog präpariert, also die Mechanik des Klaviers dahin gehend manipuliert, dass ganz bewusst "schräge" Töne entstehen. Bereits die Wortwahl der acht Tracks sprengt das gängige Format. Songtitel wie, Kantholz oder BRNFCK würde man eher in Metal- oder Techno-Gefilden vermuten.


Schumacher begibt sich mit Rausch (wieder) in ein künstlerisches Grenzgebiet. "Ich bin mir durchaus bewusst, dass Crossover-Ansätze in der Klassik gerne mal nach hinten losgehen. Doch ähnlich wie im Pop ist der Fusion-Gedanke nicht per se falsch. Der 1993er-Soundtrack zum US-Thriller Judgement Night etwa hat bewusst HipHop-und Rock/Grunge-Bands zusammengebracht. Slayer und Ice-T, DeLa Soul und Teenage Fanclub oder Pearl Jam und Cypress Hill. Für den Moment ein super spannendes Experiment." Später, sagt er, seien ähnliche Projekte in der Klischee-Falle gelandet. Kai Schumacher weiß aus Erfahrung, dass es nicht nur um virtuose Spiel- oder Kombinationstechnik geht. Es geht um Haltung, Stilwillen und ein Gespür für das Momentum.

Der Künstler


 

"Der Konzertflügel hält Schumacher nicht nur eine Tastenreihe entgegen, sondern öffnet sich wie eine Wunderkammer des Klangs, wenn er nur seinen Deckel hebt." (Klassik Critix)

Es gibt nicht viele klassische Musiker, die auf ihrem Facebook-Account ein Berliner Elektro-Punk-Album aus dem Jahre 1993 empfehlen oder den 25. Todestag von Grunge-Mastermind Kurt Cobain mit einem Link zu dessen Schlüsselsong „Lithium“ ehren. Ob Atari Teenage Riot oder Nirvana: der Pianist Kai Schumacher bewegt sich stilsicher und kenntnisreich in den unterschiedlichsten Gefilden der populären Musik.

Dabei hat der Duisburger selbst zunächt die typische Ausbildung im Klassikbetrieb durchlaufen. Nach der städtischen Musikschule besuchte er die Folkwang-Hochschule in Essen. Diese schloss Kai Schumacher 2009 in der Meisterklasse von Prof. Till Engel mit Auszeichnung ab. Vor mittlerweile zehn Jahren, direkt in seinem Abschlussjahr, nahm er sich The People United Will Never Be Defeated von Frederic Rzewski vor und wagte sich hiermit an seine erste von bisher vier Album-Einspielungen. Ein klares Statement des "Bad Boy of Music" (Klassik Critix), der seitdem wie ein musikalisch verrückter Wissenschaftler experimentiert und scheinbar unvereinbare Elemente kombiniert – mit
überraschenden Ergebnissen. Seine Solo-Performances sind pure musikalische und stilistische Alchemie, die eine berauschende Mischung aus Dadaismus und Dancefloor, Avantgarde und Popkultur bieten – und manchmal vermengt der "Punk-Pianist" (BR) sogar alles auf einmal.

Die Förderer


 

 

Gefördert durch den Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien.

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