Mittelpunkt

„Kommen und Gehen“ – Das Sechsstädtebundfestival! 2026

Mi 12. August
Oberlausitz

„Kommen und Gehen“ – Das Sechsstädtebundfestival! 2026

Klassik, aber kein klassisches Festival: „Kommen und Gehen“ ist ein Ort für Begegnung, Experiment und musikalische Grenzüberschreitung – verwurzelt in der Oberlausitz und offen für die Welt.

Die neunte Ausgabe das Festival steht unter dem Leitmotiv „Mittelpunkt“ – mit einem Fokus auf Löbau als historische Konventstadt des Sechsstädtebundes, in der sich die Städte des Bundes versammelten und politische wie kulturelle Aushandlungsprozesse ihren Ort fanden.

Das Programm 2026 entfaltet sich ausgehend von diesem historischen Zentrum und spannt einen weiten Bogen durch die Region und ihre Geschichten:

Mit „Löbau, wie klingst du?“ wird die Stadt selbst zum Ausgangspunkt – David Brand schafft ein akustisches Porträt, das urbane Räume, Architektur und Alltagsklänge in Musik übersetzt. Von hier aus öffnet sich das Festival in die Region: In Zittau verwandelt das Signum Saxophonquartett mit „Someday My Prince Will Come“ die Weinau in eine Bühne für Jazz, Film und die Musik von Miles Davis. Die grenzüberschreitende Performance „Accepdance – Tanzen im Dreieck“ verbindet Löbau und Lubań in einer musikalischen Zugfahrt mit anschließender Tanzproduktion im öffentlichen Raum und knüpft damit direkt an die historische Vernetzung des Städtebundes an.

Auch die historischen Schichten der Region werden vom Mittelpunkt aus neu befragt: Das Gymnasiumsprojekt „Von der Feder zur KI“ verknüpft Bildungsgeschichte mit künstlerischer Praxis und integriert das szenische Konzert „Der Reiche – 500 Jahre Hans Frenzel“, das Musik der Reformationszeit in ihren regionalen Kontext zurückführt. Mit „Kreuzungen“ wird das Große Zittauer Fastentuch zum Resonanzraum für Vokalmusik zwischen Renaissance und Gegenwart. In „Hammerschmidt recomposed“ greift das Festival die im Vorjahr begonnene Auseinandersetzung mit dem Werk Andreas Hammerschmidts erneut auf: In einem Live-Recording werden zentrale musikalische Positionen der Region aus heutiger Perspektive interpretiert und zugleich als klingender Rückblick dokumentiert. 

Gegenwärtige Perspektiven erweitern diesen Blick: Der performative Abend „Femme Fatale – 100 Jahre Marilyn Monroe“ im Kühlhaus Görlitz reflektiert weibliche Rollenbilder zwischen Popkultur und Gegenwart und setzt damit einen bewussten Kontrapunkt zu historischen Erzählungen.

Mit der Programmlinie „Via Regia – jüdisch – unterwegs“ entsteht zudem ein weit verzweigtes Format mit über 20 Veranstaltungen entlang der historischen Handelsroute, die die Städte des Bundes seit Jahrhunderten verbindet und als kulturelle Achse der Region bis heute wirksam ist.

„Kommen und Gehen“ denkt den Sechsstädtebund nicht als Geschichte, sondern als Struktur: ausgehend von Löbau als Mittelpunkt entfaltet sich ein Netzwerk von Orten, Künstler:innen und Perspektiven – ein Festival, das die Region nicht abbildet, sondern in Bewegung setzt.

Aftermovie 2025

Mit freundlicher Unterstützung durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, die Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien und den Städten den historischen Sechsstädtebundes.