PLATZ NEHMEN!

SA 24 August
Mit blind mass orchestra, STEGREIFquintett, Gregorian Dub Fondation, Chor „Cum Decore“, Streichquartett der KMS Dreiländereck, Elementarstrategien (Filmmusik zu „Die Sinfonie der Ungewissheit“, NFF 2019) PLATZ NEHMEN!
SA 24. August ab 15 Uhr
Marktplatz Zittau

Der historische Sechsstädtebund ist reich geworden durch den Handel und das Marktwesen - kann die Kulturszene der Region heute der Schlüssel für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung sein?

Seit Menschengedenken florieren die Marktflecken und Städte an den großen Handelswegen. Daran knüft der KulturMarkt an und setzt das allwöchentliche Markttreiben auf dem Zittauer Marktplatz am Nachmittag bis in den Abend mit abwechselungsreichen Beiträgen auf der Bühne, Informations- und Mitmach-Angeboten sowie Diskursräumen fort.

Beteiligt sind unter anderem das Neiße Filmfestival , das blind mass orchestra, die Gregorian Dub Fondation und viele mehr...

Das Neiße Filmfestival wird jährlich im Mai vom Kunstbauerkino e.V. grenzüberschreitend im Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien ausgerichtet und zeigt aktuelle Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus den drei Nachbarländern sowie Osteuropa. Bei der Nachspieltour werden nochmals ausgewählte Filme aus dem Programm präsentiert, wie nun aus der Reihe "Deutsches Fenster" der Film "Die Sinfonie der Ungewissheit" von Claudia Lehmann: Das Deutsche Elektronensystem in Hamburg, kurz DESY, ist als internationale Forschungsstätte eine Welt für sich. Hier stellt sich der Physikprofessor Gerhard Mack im Dialog mit anderen Wissenschaftlern – einer Schamanin, seiner Lebensgefährtin oder dem Filmemacher Hark Bohm – Fragen zu unserer Existenz. Mit der Theorie komplexer Systeme hat Gerhard Mack stets versucht, das Leben interdisziplinär zu begreifen, und so versucht er auch jetzt, eine Sprache zu finden, die über die Grenzen der Mathematik und der Physik hinausgeht.

Das blind mass orchestra ist eine Projektensemble, das eine Prozess-Partitur des südafrikanischen Komponisten João Renato Orecchia Zúñiga in einer einzigartigen, einmaligen Performance in einem visuellen, kommunikativen Prozess mit dem Publikum realisiert. Die Prozess-Partitur besteht nicht aus Noten, sondern formuliert die Handlungsaufforderung in der Tradition von John Cage, Steve Reich und anderen in Textpassagen – mal konkret und unmissverständlich, mal abstrakt und deutungsoffen. Das musikalische Experimentieren geschieht also zwischen Richtlinien und Vorgaben, Individualentscheidungen und Zufällen – das klingende Ergebnis ist bei jedem Konzert grundlegend anders. Zentraler Aspekt des Konzepts ist das Sichtbarmachen der Gestaltungsgrundlage der Musiker: Die musikalischen Instruktionen werden für Musiker und Publikum gleichermaßen sichtbar projiziert, sodass allen Beteiligten die Entwicklung des Klangs nachvollziehen können.

Die Sinfonie der Ungewissheit, ein Film von Claudia Lehmann und Konrad Hempel

Das Deutsche Elektronensynchrotron in Hamburg, kurz DESY, beherbergt einige der größten Teilchenbeschleuniger der Welt und ist als internationale Forschungsstätte selbst schon eine Welt für sich. Hier treffen Elementarteilchen aufeinander; hier lässt die Filmemacherin Claudia Lehmann aber auch ihren ehemaligen Doktorvater, den Physikprofessor Gerhard Mack, auf andere Wissenschaftler treffen (darunter seinen eigenen Doktorvater) sowie auf eine Schamanin, seine Lebensgefährtin oder den Filmemacher Hark Bohm. Sie alle konfrontieren ihn mit Fragen zu unserer Existenz - Weltsichten kollidieren. Mit der Theorie komplexer Systeme hat Gerhard stets versucht, das Leben interdisziplinär zu begreifen, und so versucht er auch jetzt, eine Sprache zu finden, die über die Grenzen der Mathematik und der Physik hinausgeht. Um Sprache geht es auch in der Musik, die der Komponist Konrad Hempel mit seinem Ensemble auf dem Gelände erzeugt. Er nutzt die Geräusche der Beschleuniger ebenso wie die der Kaffeetassen, um den Soundtrack dieser Welt zu erschaffen, in der alle einen Sinn für das Leben finden wollen.

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